Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Wasser zwischen 25 und 50 Grad Celsius besonders gut vermehren. Sie können beim Einatmen von Wassernebel - etwa beim Duschen - gefährliche Lungenentzündungen verursachen. In Dresden wie überall in Deutschland gibt es klare gesetzliche Vorgaben für Hauseigentümer.
Wie entstehen Legionellen in Rohren?
Legionellen finden ideale Bedingungen in:
- Warmwassersystemen mit stagnierendem Wasser (z. B. selten genutzte Leitungsabschnitte)
- Wasserspeichern und Boilern, die nicht ausreichend aufgeheizt werden
- Totleitungen ohne Durchfluss
- Veralteten Leitungen mit Ablagerungen oder Biofilm
Besonders in älteren Mehrfamilienhäusern in Dresden - etwa in der Neustadt oder Striesen - können solche Bedingungen vorliegen.
Wer ist zur Untersuchung verpflichtet?
Gemäß der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sind Betreiber von Gebäuden mit zentraler Warmwasserversorgung und mehr als einer Wohneinheit oder gewerblicher Nutzung zur regelmäßigen Legionellenprüfung verpflichtet. Dies betrifft vor allem Vermieter von Mehrfamilienhäusern. Die Prüfung muss durch ein zugelassenes Labor erfolgen, in der Regel alle drei Jahre.
Was tun bei einem positiven Befund?
- Das zuständige Gesundheitsamt Dresden informieren
- Bewohner über das Risiko aufklären
- Umgehend eine thermische oder chemische Desinfektion durch einen Fachbetrieb durchführen lassen
- Die Ursache (Stagnierwasser, defekter Boiler) beheben
- Nachkontrolle durch das Labor veranlassen
Vorbeugung im Alltag
Warmwasser sollte immer auf mindestens 60 Grad Celsius im Boiler erhitzt werden. Leitungen, die längere Zeit nicht benutzt wurden (z. B. nach Urlaub), sollten einige Minuten durchgespült werden.
Häufige Fragen
Kann man Legionellen im Wasser sehen oder riechen?
Nein. Legionellen sind mit bloßem Auge nicht erkennbar und verändern weder Geschmack noch Geruch des Wassers. Eine Laboruntersuchung ist die einzige sichere Methode zur Feststellung.
Sind Mieter zur Legionellenprüfung verpflichtet?
Nein, das ist Aufgabe des Vermieters als Betreiber der Wasseranlage. Mieter sollten jedoch bei Verdacht das Gesundheitsamt Dresden kontaktieren.
Was kostet eine Legionellenuntersuchung?
Die Kosten für eine Laborprobe liegen je nach Anbieter bei ca. 30 bis 80 Euro pro Probe. Bei größeren Gebäuden müssen mehrere Proben entnommen werden. Preise variieren je nach Labor.