Kurzantwort: Beim Inliner-Verfahren wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauchliner in das defekte Rohr eingezogen und von innen ausgehärtet. Das spart in Dresden Aufgrabungskosten und schützt gepflasterte Höfe oder Straßen.
Was ist die grabenlose Rohrsanierung?
Wenn ein Abwasserrohr dauerhaft beschädigt ist - etwa durch Risse, Wurzeleinwuchs oder Versatz - muss es saniert werden. Die klassische Methode bedeutet Aufgraben: Pflaster hoch, Rohr freilegen, ersetzen, zuschütten. Das ist teuer, lärmt und dauert.
Die Alternative ist das Inliner-Verfahren (Schlauchlining). Dabei bleibt der Boden geschlossen. In Dresden wird dieses Verfahren vor allem in dicht bebauten Vierteln wie der Inneren Neustadt oder Striesen eingesetzt, wo das Aufgraben mit erheblichem Aufwand verbunden wäre.
Wie funktioniert der Schlauchliner?
- Vorreinigung: Das Rohr wird zunächst mit Hochdruckspülung gereinigt und per Kamera inspiziert.
- Liner vorbereiten: Ein flexibler Gewebeschlauch wird mit einem speziellen Epoxid- oder Polyesterharz getränkt.
- Einziehen: Der getränkte Liner wird durch einen Revisionsschacht oder den Reinigungsdeckel in das Rohr eingeführt.
- Aushärten: Per Druckluft oder UV-Licht wird der Liner an die Rohrinnenwand gepresst und ausgehärtet. Es entsteht ein neues Innenrohr.
- Abschlussinspektion: Eine Kamera bestätigt den fehlerfreien Sitz.
Wann ist Inliner besser als Rohraustausch?
- Das Rohr liegt unter Estrich, Bodenfliesen oder gepflastertem Hof
- Mehrere Schadstellen verteilen sich über die Rohrstrecke
- Der Bereich ist schlecht zugänglich (unter Fundamenten, tief im Erdreich)
- Der Rohraustausch würde Gebäudesubstanz gefährden
Nicht geeignet ist der Inliner bei vollständig eingestürzten Rohrabschnitten oder extremem Versatz - hier muss klassisch gegraben werden.
Haltbarkeit und Qualität
Fachgerecht eingebrachte Liner halten laut Herstellerangaben 50 Jahre und länger. Sie sind gegenüber Säure, Fett und Wurzeldruck widerstandsfähiger als viele alte Keramikrohre. Der Innendurchmesser verringert sich leicht - bei DN 100 um etwa 4 bis 6 mm, was den Abfluss in der Praxis kaum beeinflusst.
Kosten der grablosen Sanierung in Dresden
- Kurzstrecke (bis 3 m): 500 bis 900 Euro
- Grundleitung (10 bis 20 m): 1.500 bis 3.500 Euro
- Kanal mit mehreren Bögen: auf Anfrage, individuelles Angebot
Im Vergleich zum klassischen Rohraustausch spart das Inliner-Verfahren erfahrungsgemäß 30 bis 60 Prozent der Gesamtkosten, weil Aufgraben, Pflastern und Entsorgung entfallen.
Das sollten Sie vor der Beauftragung klären
- Ist das Schadensausmaß per Kamera dokumentiert?
- Welches Harzsystem wird verwendet (Epoxid, Polyester, UV-härtend)?
- Wie lange beträgt die Gewährleistung?
- Liegt eine Zulassung nach DIN EN ISO 11296 vor?